Keine Energiewende ohne Speicher

Veröffentlicht am 09.10.2012 in Ortsverein
 

Der Arbeitskreis „Klima“ des SPD-Ortsvereins Bietigheim-Bissingen lud zu diesem Thema zu einer Informationsveranstaltung in die Rommelmühle ein.

Einige interessierte Mitglieder des SPD-Ortsvereins Großbottwar nahmen am 26. September 2012 die Gelegenheit wahr, Näheres zu neuen Möglichkeiten der Energiespeicherung zu erfahren.

Der Landtagsabgeordnete Thomas Reusch-Frey eröffnete den Abend mit einem kurzen Überblick über die bisherigen Maßnahmen der Landesregierung zur Förderung, Entwicklung und Einrichtung erneuerbarer Energien und damit das Ziel, den Ausstieg aus der Kernkraft, zu erreichen. Hierbei hob er die notwendigen Anstrengungen zur sinnvollen Energiespeicherung hervor, damit die erfolgreiche Einbindung der regenerativen Energieformen wie z.B. Windkraft oder Photovoltaik wesentlich verbessert werden kann.

Im Hauptreferat befasste sich Michael Holzapfel von der Siemens AG mit dem Problem, dass wir zwar die regenerativen Energien wie Windkraft und Photovoltaik nutzen wollen, diese aber oft nicht in ausreichender Menge gerade dann zur Verfügung stehen, wenn der Strom gebraucht wird. Daneben gibt es aber auch Zeiten, in denen mehr Strom erzeugt wird als im Moment benötigt wird. Um diesen überschüssigen Strom zu speichern und für stromarme Zeiten zur Verfügung zu stellen, benötigt man effektive Energiespeichersysteme.

Peter Holzapfel von der Siemens AG entwickelte in einem spannenden und durch viele Diskussionsbeiträge geprägten Vortrag die Chancen der Stromspeicherung. Pumpspeicherwerke, Druckluftspeicher, Akkus, Redox-Flow-Zelle, Wasserstoff, erneuerbares Methan und der Einsatz von Elektroautos wurden unter dem Aspekt ihrer Realisierbarkeit bewertet. Die größten Chancen gibt der Referent dabei der Nutzung von Wasserstoff und der Methanisierung, wobei er langfristig dem Wasserstoff mehr Zukunft einräumt. Zum Beispiel gelte es, lokale Speicherzentren durch individuelle Kombination von Batterie- und Gasspeichertechnologien zu planen, Wandlungsverluste bei Strom zu vermeiden und den zukünftigen Fokus auf Biomasseverfahren ohne Nahrungskonkurrenz zu legen.

Zum Schluss seines Vortrags spannte er den Bogen von Kurzzeitspeichern im Sekundenbereich wie z.B. Kondensatorsysteme bis zu Langzeitspeichern, die mehrere Tage oder Wochen zur Verfügung stehen. Hierzu gehört u.a. die Wandlung von regenerativ erzeugtem Strom in gasförmige Medien, die z.B. dem herkömmlichen Erdgasnetz zugeführt werden können.

In seinem Resümee stellt Michael Holzapfel fest, dass viele Speichermög- lichkeiten schon lange bekannt sind und einige Insellösungen bereits realisiert wurden. Die aktuelle Aufgabe bestehe darin, weitere Speichermöglichkeiten zu entwickeln und zusammen mit den bereits bekannten Speicherungen marktfähig zu machen.

Bei all diesen Vorhaben dürfen aber nach Meinung des SPD-Landtags-abgeordneten Reusch-Frey und des Arbeitskreisvorsitzenden Peter Gürlich soziale, ökonomische und ökologische Aspekte nicht gegeneinander ausgespielt werden, sondern müssen intelligent miteinander verbunden werden.

Dem interessanten Vortrag schloss sich eine engagierte Diskussion zum Thema Energiespeicherung aber auch zur gesamten Energiewende an. Michael Holzapfel verließ die Veranstaltung übrigens in einem elektrobetriebenen Fahrzeug mit Stromspeicher.

 

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